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Eat. Sleep. Repeat. Faschiert.

21.2.2019

Mastrinder müssen bis zu ihrer Schlachtung täglich 1,5 Kilogramm zunehmen. Außer an Gewicht zuzulegen, haben sie keine Beschäftigungsmöglichkeit in der konventionellen Landwirtschaft.

Wusstet ihr, dass Rinder ein ähnliches Geschmacksempfinden haben wie wir? Auch sie schmecken sauer, salzig, süß und bitter - und sie bevorzugen besonders Süßes! Sie bewegen sich auch sehr gerne, galoppieren, rennen und jagen über die Weide. Gerade junge Tiere spielen viel miteinander. In der konventionellen Landwirtschaft kommen sie aber nie in diesen Genuss. Sie werden so gehalten, dass sie sich kaum bewegen können und haben keine Beschäftigungsmöglichkeiten.

Kräftig zunehmen

Rinder werden so intensiv gemästet, dass sie bis zur Schlachtung jeden Tag ca. 1,5 Kilogramm zunehmen müssen. Statt faserhaltigem Heu oder Gras bekommen sie ausschließlich Maissilage und Kraftfutter. Gerade für die Wiederkäuer sind die hohen Mengen nicht artgemäß und verursachen häufig Erkrankungen.

Wer landet in der Mast?

In der Rindermast handelt es sich in Österreich zumeist um Jungstiermast und für die Kalbfleischproduktion kommen die Kälber aus Milchviehbetrieben. Nur wenige weibliche Kälber bilden die neue Generation zukünftiger Milchkühe. Alle übrigen Tiere sind für die Mast bestimmt und werden an einen Kälber- oder Rindermäster weiterverkauft. Tausende österreichische Kälber werden jedes Jahr nach Italien oder Spanien transportiert und dort gemästet. Die stundenlangen Transporte sind eine Qual für die jungen Tiere.

Junge Rinder beim Transport (c) VIER PFOTEN

Nichts zu tun und auch keine Bewegung

Die Tiere werden überwiegend auf Vollspaltenböden ohne Einstreu und ohne separaten Liegebereich gehalten. Dadurch leiden sie an Gelenk- und Klauenentzündungen, Liegeschwielen und Lahmheit.

Resultat des Beschäftigungs- und Bewegungsmangels sind stereotype Verhaltensauffälligkeiten. Häufig sieht man das Lecken an Metallstangen und das sogenannte Zungenrollen, welches das natürliche Nahrungsaufnahmeverhalten der Wiederkäuer nachahmt. Die Anbindehaltung ist in der konventionellen Rindermast in Österreich erlaubt und verhindert arttypisches Verhalten komplett.

Rind im Schlachthof (c) VIER PFOTEN

Schmerzhafter und unnötiger Eingriff

Um die Verletzungsgefahr im Umgang mit Rindern für den Menschen und für die Tiere selbst in den engen Stallungen zu reduzieren, werden den Kälbern schon in den ersten Lebenswochen die Hornanlagen brutal ausgebrannt. Glücklicherweise ist dieser Eingriff in Österreich nur unter Betäubung und mit folgender Schmerzbehandlung erlaubt - das ist die Ausnahme in Europa. Zudem wären die Hörner in der Kommunikation untereinander wichtig.