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Junge Schweine sehen oft nie die Sonne.

Einmal Sonne, das wär nice

21.2.2019

Das Leben als Nutztier von Schweinen ist alles andere als "nice". Bis zum Transport zur Schlachtung sehen sie oft nicht ein einziges Mal das Tageslicht.

Schweine sind höchstintelligente Tiere. Bei so manchem Intelligenztest stellen sie sogar Hunde in den Schatten. Ihr Leben als Nutztiere fristen sie auf engstem Raum in tristen Ställen, sie werden schmerzhaften Eingriffen unterzogen und schlussendlich geschlachtet.

Das Problem mit der Enge

In der konventionellen Landwirtschaft werden Schweine auf engstem Raum auf Betonspaltenböden gehalten. Dadurch sollen ihre Exkremente möglichst rasch in die Güllegrube befördert werden. Durch den Mangel an Platz in den unstrukturierten Ställen können die Schweine ihren Liegeplatz nicht von den Stellen trennen, an denen sie koten oder fressen, was für die reinlichen Tiere entgegen ihrer Natur ist und ein hohes Risiko für Infektionen und Krankheiten birgt.

Schweine leiden auf Vollspaltböden.

Ein weiteres Problem dieser Hochleistungsbetriebe sind die triste Umgebung und fehlendes Beschäftigungmaterial. Stress und Langeweile führen zu Verhaltensstörungen und die Schweine beginnen sich gegenseitig die Ringelschwänze abzubeißen. Aus diesem Grund werden ihre Schwänze bereits im frühesten Ferkel-Alter ohne Narkose oder Schmerzmittel abgekniffen.

Schmerzhafte und unnötige Eingriffe

Das Kupieren des Schwanzes ist nicht der einzige unnötige Eingriff den konventionell gehaltene Mastschweine durchleiden müssen. Sie werden zudem kastriert und ihre Zähne werden abgeschliffen. Die Kastration bei männlichen Ferkeln findet in der Regel im Alter von wenigen Tagen statt und das ohne Schmerzausschaltung oder -linderung. Die Kastration ohne Betäubung ist mit erheblichen akuten und länger andauernden Schmerzen, sowie großem Stress bei den jungen Ferkeln verbunden.

Das Leid der Muttersauen in Käfigen

Bis zu 42 Tage werden Zuchtsauen in Kastenstände gesperrt, in denen sie sich gerade einmal hinlegen und wieder aufstehen können. Und das auf Vollspaltböden ohne Beschäftigungsmaterial oder weiche Einstreu. Zudem ist durch die Enge in der Abferkelbucht der Kontakt zu ihren Ferkeln kaum möglich. Oft verfallen sie durch all diesen Stress in stereotype Verhaltensmuster wie Stangenbeißen.

25 Ferkel aber nur 14 Zitzen

Die Züchtung auf Hochleistungsrassen hat Sauen hervorgebracht, die bis zu 25 Ferkelpro Produktionszyklus werfen. Da Sauen aber nur 14 Zitzen besitzen, lässt dies den schwächeren Ferkeln keine Möglichkeit zu trinken. Diese sogenannten „Kümmerer“ werden aussortiert und in der Regel sofort getötet.

Ihre Geschwister können die Nähe ihrer Muttersau auch nur ca. 3 Wochen erleben, werden dann abrupt von ihr getrennt und in neue Buchten mit zum Teil unbekannten Artgenossen auf Kraftfutter umgestellt. Dieser Stress und die Ernährungsumstellung, die eigentlich schrittweise und sehr viel später erfolgen sollte, haben Verdauungsprobleme und erhöhtes Krankheits- und Infektionsrisiko zur Folge.